Historie des Goldenen Ankers

Das Grundstück des Hotels „Goldener Anker“, Markt 6 war übergreifend auf Markt 5 Standort des alten gotischen, 1373 erwähnten und 1561-65 abgetragenen Rathauses. Es ging aus einem frühmittelalterlichen „Festen Hof“ der stadtherrlichen Vogtei hervor und besaß einen wehrhaften Eckturm, dessen Basis noch im Tiefkeller des Hotels vorhanden ist.

Geharnischte

  • Nach Abriss des Rathauses kaufte der Bürgermeister Andreas Schulze 1567 das Gelände beider Grundstücke zur Neubebauung, die bis in den Fleischmarkt und den Standort der alten „Sedelhöfe“ hineinreichte.
  • 1577 Neubau des Hauses am Markt bei Verwendung des Vorgängerbaus durch den Stadtrichter Hans Enwirth. Das Haus hat Braurecht über 10 Biere.
  • Das heutige Gebäude des Hotels geht auf Reste des 16. Jh. zurück und auf ältere Besitzanteile des Bürgermeisters Hans Unruhe.
  • 1623 erwirbt der Viertelsmeister und Kaufmann Hans Ganzlande das Haus. Er verbirgt im Dreißigjährigen Krieg Bargeld im Keller.
  • 1631 wird das seit etwa 1620 zum Marktgrundstück  gehörende Freihaus in der Nonnenstraße errichtet. Es befindet sich an der Seite eines mittelalterlichen Freihofs.
  • 1761 erwirbt der sächsische Hof- und Kunstkoch Johann Andreas Werner aus Dresden, als vorheriger Pächter der Torgauer Ratsgarküche und des Ratskellers das Grundstück.
  • 1767 wird Johann Andreas Werner die Genehmigung erteilt den neu eröffneten Gasthof „Goldener Anker“ zu nennen. Entsprechend der Inschrift des Hauszeichens wurde er 1767 zum vornehmen Logierhaus ausgebaut, welches bis 1959 in Familienbesitz bleibt. Gasthof und Hotel werden zum ersten Haus am Platz.
  • 1805 und 1834 fanden bauliche Erneuerungen statt, denen auch die klassizistische Fassade entspricht.
  • 1861 entstand der Saal des ehemaligen Liebhabertheaters an der Hofseite zur Nonnenstraße, wo sich auch bis Ende des 20. Jh. der abgeschlossene Wirtschaftshof befand.
  • 1959 übernimmt die HO Torgau die Bewirtschaftung.
  • 1975-1988 beherbergt das Haus den „Klub der Volkssolidarität“.
  • 1986 erwirbt das Flachglaskombinat Torgau die Gebäude und beginnt den Um- und Ausbau zum Kultur und Gästehaus.
  • 1988 Münzfund des Hans Ganzlandt im Kellermauerwerk durch Bauarbeiter.

    Münzfund 1988 Münzfund 1988

  • 1990 Abschluss des ersten Abschnitts des Um- und Ausbaus mit anschließender Neueröffnung.
  • 1990-1998 wird der „Goldene Anker“ von verschiedenen Pächtern betrieben.
  • 1998 verpachte das Flachglaskombinat Torgau den „Goldenen Anker“ an Familie Schumann. (Inhaber des Sachsenhotels).
  • 1999 erwirbt Familie Schumann den „Goldenen Anker“ und beginnt mit einer umfassenden Neugestaltung des Gebäudes. Der verfallene Ballsaal wird restauriert und die Kellergewölbe mit den Grundmauern des alten Wohnturms werden zum Weinkeller umgestaltet.